Über Uluwatu weiter nach Nusa Lembongan

17.11. - 24.11.2018



Erst dachte ich, ich würde in Canggu nicht so richtig ankommen, da ich mich in den weniger touristischen Ecken bisher so viel wohler gefühlt habe. Und in Canggu ist doch alles sehr voll und laut, enge Straßen, alles auf Touristik ausgerichtet und auch einige richtig schicke Bars & Restaurants. Durch die 3 Nächte im Eco Guesthouse am Ende mit dem grandiosen Yoga-Angebot konnte ich mich mit all den fancy Läden im Ausgleich dazu ganz gut arrangieren. 😄

Uluwatu dagegen ist wieder ganz anders. Weniger lange schöne Strände, sondern viele Buchten, die meisten nur über einige Stufen zu erreichen aber landschaftlich super schön. Einen Roller zu mieten macht hier auf jeden Fall Sinn. Wir erkunden ein bisschen die Gegend und steigen am Thomas Beach, einer Empfehlung von Indojunkie, einige Treppen hinab. Der Strand ist ganz hübsch, aber auch nicht so grandios, dass man Lust hätte, jeden Tag den Weg auf sich zu nehmen. Überall waren Algen im Wasser und teilweise auch am Strand, ein regelrechter Gemüsegarten. ;-) 


Wir laufen einmal den Strand entlang und werden von mind. 15 Menschen angequatscht, ob wir einen „Umbrella" wollen. Hinter einem Felsen finden wir ein nettes Plätzchen im Sand, ohne Umbrella, und genießen die Sonne. Aber als das Wasser langsam immer näher kommt, verlassen wir unsere Mini-Bucht und legen uns noch bis Sonnenuntergang an unseren Pool. Die Gegend hat wirklich ein paar coole Läden, Restaurants und bestimmt auch hübsche Strände, auch die Bucht, zu der wir von unserer Unterkunft hinabsteigen, ist wunderschön und traumhaft zum Sonnenuntergang, und ein perfekter Spot für Surfer. Und doch bin ich irgendwie nicht im Entspannungsmodus. 


Meine Laune ist nicht die Beste, irgendwas treibt mich um, irgendwas ist anders. Ich hatte so gar keine Motivation zu bleiben. Aber 3 Nächte kann ich schon aushalten. Bin ich wieder in meine alten Muster zurück gefallen?! 

Ich freu mich jedenfalls mega, als wir am 19.11.2018 dann nach Nusa Lembongan aufbrechen. Und am letzten Tag entdecken wir - 2 Minuten zu Fuß von unserer Unterkunft - ein süßes kleines Café mit grandiosem Frühstück, einem kleinen Shop mit organischen Produkten und einem Sportangebot wie z.B. Muay Thai. Und ich werde den Gedanken nicht los, dass die Gegend wesentlich mehr zu bieten hat, als wir entdeckt haben. 

Um 12 Uhr holt uns Chejnal, unser Fahrer, ab und bringt uns zur Fähre nach Lembongan. Meine Laune ist schlagartig besser, ich freu mich jetzt riesig auf die gebuchte kleine Hütte am Strand. Das Speedboot ist diese Art Speedboot, bei der einem leicht übel werden kann, weil man so tief sitzt, dass man die Wasseroberfläche nicht sehen kann und dazu kommen noch die Wellen von der Seite. Grmpfff… Gut, dass die Überfahrt nur 30 Minuten dauert. 



Nachdem wir im A-One House eingecheckt haben, laufen wir erstmal den Strand entlang. Je weiter wir laufen, umso ruhiger wird der Strand. Direkt vor unserem Bungalow am Strand entdecken wir einige schicke Bars und Cafés. Wir suchen uns einen Platz in der 1. Reihe im Beachstuhl des Cafés Ginger & Jamu und bestellen uns was Leckeres aus der Karte. Dort werden in der oberen Etage auch 2x täglich Yogastunden angeboten, und offensichtlich ist heute das Ende eines Yoga-Teacher-Trainings. Das Jubeln hört man noch am Strand. Check - dann gibts jetzt wieder regelmäßig Yoga für mich. Jippieh! … und vielleicht kommt Mary ja auch mit...

 

Wir sind uns einig, dass wir mind. 4 Nächte bleiben wollen. Ich hab mir für den nächsten Tag direkt 2 Tauchgänge gebucht, Roller haben wir uns auch schon gemietet, um flexibler zu sein und bei der Suche nach einem ATM haben wir fast schon die ganze Insel erkundet. 😉 Denn in drei der in Google angezeigten Geldautomaten waren keine Automaten oder sie waren abgeschaltet, und soooo viele ATM's gibt es auf der Insel nicht. 



Der letzte Tauchgang ist schon wieder einige Tage her, die Erinnerung an den unsympathischen Tauch-Guide noch sehr präsent, daher hat die Auswahl des Tauchshops etwas länger gedauert. Big Fish war sehr bemüht, mir alle meine Fragen zu beantworten und mir meine Unsicherheit zu nehmen. Sehr vertrauenserweckend für mich. Dadurch freu mich riesig auf 2 weitere Tauchgänge am nächsten Tag. Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass die Wellen und die Sicht mitspielen. 

Am nächsten Morgen um 8 Uhr geht’s los. Equipment checken, alles wird ganz genau beäugt, ob es passt. Alles ist in gutem Zustand und ich fühl mich wesentlich besser aufgehoben als bei meiner letzten Taucherfahrung. Ich tauche mit Chris, einem Dänen und einem amerikanischen Pärchen und Eduardo, einem ganz sympathischen aufmerksamen Balinesen. Kann los gehen! Die Wetterkonditionen waren in den letzten Tagen nicht besonders, so dass gar nicht sicher war, ob wir überhaupt beim Manta Point tauchen gehen können. Wenn der Wellengang und die Strömung zu stark ist, ist es zu gefährlich dort zu tauchen. Aber das Wetter dreht sich, die Sicht ist super, die Strömung in Ordnung. Für mich waren die Wellen immer noch ziemlich doll, aber schienen machbar. Eduardo hat ein Auge darauf, ob ich an alles gedacht habe, er kümmert sich total lieb um mich. Alle anderen waren schon mehrfach mit Big Fish tauchen und haben wesentlich mehr Erfahrung. Und Chris, mein Buddy, ist Rescue Diver, dann kann ja nix mehr schief gehen. Und doch bin ich wieder super nervös als wir uns rückwärts ins Wasser fallen lassen. Die Wellen machen mir mehr zu schaffen, als ich gedacht hatte, der Regulator macht komische Geräusche und mein Herz rast schon wieder wie verrückt. Panik - ein kleines bisschen. Eduardo bleibt bei mir, beruhigt mich, wartet geduldig, bis ich ruhig bin. Und sobald mein Kopf unter Wasser ist, ist wieder alles in Ordnung und ich freu mich mega wieder in die Unterwasserwelt abtauchen zu können. 

Wir tauchen am Manta Point, der sogenannten Cleaning Station, weil sich dort die Manta Rochen an den Felsen reiben, quasi sich Putzen. Der Rest der Unterwasserwelt ist ganz nett, aber eher unspannend. Und auf einmal sehen wir den ersten Manta ganz majestätisch an uns vorbei schweben. Alle zücken ganz aufgeregt ihre GoPros und Unterwasserkameras. Es ist einfach unfassbar schön, wie diese Tiere durchs Wasser gleiten. Ich bin super fasziniert! Sind da noch mehr? Nach wenigen Minuten taucht Nr. 2 und schließlich Nr. 3 auf. Ich bin wie verzaubert. Wir sehen Papageienfische, Nudibranches und vieles mehr, aber die Mantas sind natürlich das absolute Highlight des Tauchgangs! 

Der zweite Tauchgang ist in der Crystal Bay. Die Unterwasserwelt ist ein bisschen abwechslungsreicher, wir entdecken auch eine Schildkröte. Und auf einmal schwimmt über uns erneut ein riesiger Manta Rochen entlang. Ganz überrascht, da dies nicht der typische Manta Spot ist, lassen wir uns selig von der Strömung zurück tragen. 


Am nächsten Tag unternehmen Mary und ich eine Tour mit unseren Rollern über die Insel. Am Devil’s Tear sind wir schwer beeindruckt von dem Bus an Touris, die sich teilweise direkt an die Kante stellen, um ein Selfie mit sich und der Fontäne zu erhaschen, die entsteht, wenn die Wellen in die Bucht reinbrechen. Es ist immer wieder schön, wenn ein Touri-Bus abfährt und so ein wunderschöner, magischer Ort nicht komplett überfüllt von Touristen ist. Und ich bin ganz froh, dass alle Touris heil wieder von den Steinen gekommen sind und die Wellen niemanden mit sich gerissen haben. Dieser Spot ist auf jeden Fall eins meiner Highlights dort. Unfassbar schön und auch beeindruckend, welche Kraft die Natur hat! 



Weiter geht’s über die gelbe Brücke auf die kleinere Nachbarinsel Nusa Ceningan. Wir düsen halsbrecherische Wege den Hügel hoch, um zum Aussichtspunkt zu gelangen, von wo man eine wunderschöne Aussicht nach Nusa Penida hat. Nusa Penida, mein nächster Stop, wenn Mary sich gleichzeitig wieder auf den Weg nach Bali macht, um von dort nach Deutschland zurück zu fliegen. Am Abend genießen wir nochmal den wunderschönen Sonnenuntergang am Strand. 



Während der Tage werden wir immer wieder von den unfassbar lieben Straßenhunden begrüßt oder beim Strandspaziergang begleitet. An einem Abend wurden wir zuhause begrüßt von einem der Hunde, so als würde er uns sagen, schön, dass ihr endlich wieder da seid. Und mein ganz persönliches Hunde-Highlight der Reise: Mary und ich sitzen am frühen Morgen am Strand und meditieren. 2 Hunde, die uns davor Guten Morgen gesagt haben, haben in der Zwischenzeit in den Sand direkt vor uns ein kleines Loch gegraben, sich dort hineingelegt und quasi mit uns meditiert. So ein wunderschöner Anblick, wenn man nach einer Meditation die Augen öffnet und 2 Hunde ganz selig und entspannt vor einem liegen.



An unserem letzten gemeinsamen Tag chillen wir den ganzen Tag am Strand und machen uns einen schönen Abend im Beach Club. Was für schöne 3 Wochen. Ich hab es sehr genossen, einen so vertrauten Menschen um mich zu haben, nach so vielen Wochen alleine auf Reisen. Meine größte Erkenntnis aus den letzten Tagen war auf jeden Fall, dass man erst merkt, wie sehr man in so kurzer Zeit gewachsen ist und sich ein Stück weit auch verändert hat, wenn man auf vertraute Menschen trifft. Und auch wenn es am Anfang etwas holprig war, bin ich so dankbar, dass Mary ein Stück meiner Reise mit mir gegangen ist. Denn am Ende sind es die gemeinsamen Erlebnisse, die eine Freundschaft wachsen lassen und noch wertvoller machen. ❤️ 




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