Welcome to Indonesia - Welcome to Java


Montag, 22.10.2018

Am Flughafen in Yogyakarta angekommen, stell ich mich bei der Immigration an. Ich muss einige Fragen beantworten, unter anderem wie lange ich bleiben möchte. 60 Tage sag ich und gehe davon aus, dass ich gleich 35 USD für mein Visum für den 1. Monat bezahlen muss. Er fragt nochmal nach, auf englisch, sixtee.....(n)? Yes, sixty! Er stempelt meinen Reisepass und schickt mich durch. Hm... und wo genau muss ich jetzt für's Visum bezahlen?? Man stellt so viele Fragen, überlebt in einem fernen fremden Land, aber in den wichtigsten Momenten setzt manchmal einfach das Gehirn aus. Hätte ich von zwei Monaten gesprochen, hätte Fragen zum Visum gestellt oder es einfach nur erwähnt, wäre das Missverständnis sicherlich nicht passiert. Und einen extra Schalter für Visum hab ich beim Anstellen auch nicht entdeckt, bzw. auch gar nicht danach gesucht. Kaum trete ich aus dem Flughafen, werde ich von 15 Taxifahrern belagert, ich muss aber erstmal zum ATM, um mein erstes indonesisches Geld abzuheben. Maximal kann ich 1.500.000 indonesische Rupie abheben (ca. 90 €). Yeay, jetzt bin ich also Millionär! Zumindest in Indonesien! ;-) 
Mit dem mir am meisten sympathischen Taxi-Fahrer verhandle ich noch etwas über den Preis. Wenn man die Preise umrechnet, ist es schon irgendwie unverschämt auch noch zu handeln. Die Strecke soll angeblich 120.000 IDR (7,40 €) kosten. Da ich aber weiß, dass die Strecke mindestens 30.000 IDR (ca. 2 €) günstiger ist, versuche ich mein Glück. Und mit der Zeit wird man auch wirklich geizig. :-) Und ich versuche, mich so gut es geht nicht über's Ohr hauen zu lassen.
Der Taxifahrer kutschiert mich ca. 45 Minuten durch Yogyakarta. Ich hatte ja keine Ahnung, wie diese Stadt wohl aussehen mag. Ich sehe viele Hütten, nichts Modernes, von Touristenecken keine Spur. Ich bin mega aufgeregt und strahle übers ganze Gesicht! Dieser Ort ist so ganz anders, als ich es bis jetzt kennengelernt habe und auf seine Art schön - nicht optisch, aber die Atmosphäre lässt mein Herz höher schlagen. Das OTU Hostel in dem ich die nächsten Tage schlafen werde, liegt etwas zurückversetzt an der Jalan Prawirotaman, einet Straße mit einigen Restaurants und Live-Bars. Einen Gehsteig gibt es hier nicht und alle 5 Meter steht ein Tuktuk und man hört "Yes, Taxi?!", aber auf eine nette Art, nicht allzu aufdringlich.
Im Hostel bekomm ich erstmal eine Übersicht über das Zentrum von Yogya mit all seinen Sehenswürdigkeiten und eine Übersicht mit Restaurants und Bars in der Umgebung und den persönlichen Empfehlungen des Hauses. Ich bin sehr begeistert, wie viele Infos man hier ungefragt erhält, einfach als Service. Ich werde auch direkt informiert, dass 2 Mädels am nächsten Tag planen sich die Tempel Borobodur und Prambanan anzuschauen, sich einen privaten Fahrer gebucht haben und noch 2 Plätze frei sind, falls ich mich anschließen möchte. Perfekt, zum ersten Mal muss ich mich nicht selbst um alles kümmern, sondern schließ mich einfach an. Auch mal sehr angenehm. So richtig viel hab ich mich nämlich über Java noch nicht informiert. 

Weil es morgens an den letzten Tagen immer bewölkt war und man dadurch den Sonnenaufgang nicht wirklich sehen kann, lohnt es sich nicht extra früh aufzustehen. Das ist es wohl nicht wert. Trotzdem fahren wir nicht allzu spät los um noch früh beim ersten Tempel zu sein, hoffentlich noch vor der großen Masse... Naja, das haben wir wohl nicht mehr ganz geschafft. Es scheint so, als macht in Indonesien nicht nur eine Schulklasse einen Ausflug, sondern die gesamte Schule. Der gesamte Tempel ist voll von Jugendlichen, die mit uns Fotos machen wollen. "Miss, can I take a picture?"... Wenn man Glück hat. Von einigen wird man auch Mister gerufen, weil sie's nicht besser wissen. :-) Es ist wirklich schwer eine ruhige Ecke zu finden, in der man nicht angequatscht wird. Umso mehr genieße ich jeden Moment, den ich kurz für mich habe, an diesem unglaublich überwältigenden Kraftort.


Wie unfassbar auch die Geschichte zu dem größten buddhistischen Tempel der Welt ist. Als sich das Machtzentrum im 10./11. Jhd. in Java Richtung Osten verlagerte, geriet der pyramidenförmige Tempel über fast 1000 Jahre in Vergessenheit. Er wurde über die Jahre von vulkanischer Asche und wucherner Vegetation begraben. Erst 1814 wurde er wiederentdeckt, 20 Jahre später "ausgegraben" und seit 1983 ist der Tempel, der inzwischen als Weltkulturerbe ernannt wurde, wieder der Öffentlichkeit zugänglich. Einige meiner spontan zusammengewürfelten Reisegruppe finden den Tempel gar nicht so beeindruckend. Ich bin aber völlig überwältigt von diesem einzigartigen und magischen Tempel.




Zum Sonnenuntergang besuchen wir dann den Tempel Prambanan, die größte hinduistische Tempelanlage Indonesiens. Ich finde diesen Tempel nicht ganz so hübsch, und irgendwie mystischer. Typisch für hinduistische Tempel ist die hohe und spitze Bauform. 


Auch hier sind nicht weniger Jugendliche unterwegs, dafür kann man ihnen hier etwas besser aus dem Weg gehen, wenn man sich davon gestört fühlt. Mir macht es nichts aus, außer dass ich einfach wesentlich länger brauche um einmal durch die gesamte Anlage zu laufen. Wir treffen 3 Jugendliche, die uns erzählen, dass sie hier schon Führungen gegeben haben und zeigen uns einen Platz auf der Anlage, von der wir alle 12 Tempel sehen bzw. gleichzeitig fotografieren können. Erst jetzt realisiere ich, dass hier früher noch wesentlich mehr von den einzelnen Tempeln standen.



Der Legende nach soll hier ein Prinz in nur einer Nacht insgesamt 1000 Tempel erbaut haben. Die schöne Prinzessin Loro Djonggrang, um die der Prinz freite, verschmähte ihn und stellte ihm die offenbar unlösbare Aufgabe, 1000 Tempel in nur einer Nacht zu bauen. Als 999 Tempel mit Hilfe einiger Dämonen fertig waren, erkannte die Prinzessin ihre missliche Lage und ersann eine List. Die Königstochter ließ Feuer am Horizont anfachen und täuschte so den Sonnenaufgang vor. Damit war die Aufgabe des Prinzen verloren, er konnte die Prinzessin nicht heiraten. Zur Strafe soll er sie in den tausendsten und zugleich größten Tempel von allen verwandelt haben.

Wir bewundern die Sonne, die hinter dem Tempel untergeht. Was für ein schöner und einzigartiger Sonnenuntergang mit einer wunderschönen Kulisse.

Und wohin geht's jetzt? Einige erzählen mir von einer traumhaft schönen Insel im Norden von Java, Karimunjava. Gleichzeitig wollen 2 Mädels, die hier im Hostel schlafen über den Mount Bromo und Krater Ijen weiter Richtung Bali. Gerade in Indonesien angekommen, erhalte ich einige Nachrichten, dass ich doch bitte vorsichtig sein solle wegen der Erdbeben. Wenige Monate vorher war erst ein Erdbeben auf Lombok und wenige Wochen zuvor ein Erdbeben und Tsunami im Norden von Sulawesi, welche beide großes Unheil angerichtet haben. Ich lass mich ziemlich verunsichern. Bei dem Gedanken daran, während eines Erdbebens auf einer Insel 90 km nördlich vom Festland zu sitzen, wird mir mulmig. Ich merke, dass ich mich davor nicht wirklich viel damit beschäftigt habe. Dass hier regelmäßig Erdbeben stattfinden, ist mir bewusst. Aber was ist, wenn es wirklich dort passiert, wo ich bin?!? Alle anderen Reisenden sind super relaxed. Für ein besseres Gefühl lad ich mir eine App herunter, die mir zwar keine Warnungen meldet, aber aufzeigt, wann und wo Erdbeben waren, in welcher Stärke und Tiefe. Das beobachte ich im Laufe der nächsten Tage und stelle fest, dass in ganz Indonesien am Tag ca. 4 - 5 Erdbeben stattfinden mit einer Stärke von über 4. Darunter lass ich sie mir gar nicht erst anzeigen. Es ist hier so normal mit Erdbeben zu leben. Und am Ende sind die meisten Erdbeben an sich nicht so schlimm, was ein Erdbeben wirklich zu einem Desaster werden lässt, ist, wenn es unter Wasser ausbricht und eine Welle ausgelöst wird. Ich beruhige mich wieder, entscheide mich aber dennoch gegen die Insel im Norden (auch weil die Anreise nicht so einfach ist, im Voraus geplant werden sollte und je nach Wetter auch mal ein Boot ausfallen kann.) Hat man wirklich Angst vor Erdbeben, dürfte man Indonesien nie bereisen.
Da ich durch das Mißverständnis bei Ankunft in Yogakarta nur 30 Tage visumfrei in Indonesien bleiben darf und definitiv länger bleiben möchte, versuche ich herauszubekommen, welche Möglichkeiten ich nun habe. Ich weiß, dass ich so nicht auf 60 Tage verlängern darf. Auf der Seite des Auswärtigen Amtes steht, dass seit April 2018 ein Visa-Run (ausreisen und direkt wieder einreisen) nicht mehr erlaubt ist. Was aber nicht erwähnt wird, wie lange man das Land verlassen muss, um wieder einreisen zu dürfen. Komisch. Ich befrage eine Facebook-Gruppe, da ich weiß, dass viele Menschen den Visa-Run schon gemacht haben und sicherlich immer noch machen und bin gespannt auf ihre persönlichen Erfahrungen. Mir wird mehrfach bestätigt, dass ich einfach ausreisen soll und kann direkt am gleichen Tag wieder einreisen. Wäre überhaupt kein Problem. Nur Singapur sieht es nicht gerne. Eine Person schreibt mir eine persönliche Nachricht, er sei Immigration Officer, er erklärt mir die gesamte Visa-Situation von Indonesien. Auf meine Frage, was ich nun in meiner Situation machen kann, schreibt er mir, dass ich einfach ausreisen soll und kann direkt wieder einreisen. Ich zeige die Nachricht der Rezeptionistin meines Hostels in Yogyakarta und frag sie nach ihrer Meinung. Zur Sicherheit, sagt sie, soll ich lieber nochmal zur Immigration Office gehen und dort nachfragen. Vermutlich wird es funktionieren, aber ... just to be sure. Also am nächsten Morgen keine Yogastunde, sondern auf zur Immigration Office. Gleich morgens um 7 Uhr, damit ich hoffentlich auch nicht lange warten muss.
In der Immigration Office werde ich in den Wartebereich geschickt, gehe an den Schalter und erkläre meine Situation. Der Immigration Officer hört mir geduldig zu, sagt, ich solle kurz warten, er würde nachfragen. Nach einigen Minuten realisiere ich, dass um mich herum alle Menschen Nummern haben, die aufgerufen werden. Der Officer mit dem ich gesprochen hatte bis jetzt aber nicht zurück gekommen ist. Da ich keine Nummer bekommen hatte, laufe ich zurück zum Eingang, hol mir eine Nummer und warte weiter, bis ich aufgerufen werde. Mit mir wartet Hasna, eine Frau mit Hidschab, die aber weder asiatisch noch arabisch aussieht. Sie spricht mich in fließendem amerikanischen Englisch an. Sie ist sehr interessiert an dem was mir passiert ist und erzählt mir auch ihre kleine Geschichte. Wir unterhalten uns noch nicht lange, da fragt sie mich: "What is your passion?" Wow... das ist neben all dem Smalltalk, den man während des Reisens hat, eine sehr tiefgehende Frage. Wie schön, und zugleich ungewöhnlich diese Frage gestellt zu bekommen, vor allem im Wartebereich des Immigration Office. Wir sitzen dort, regeln, was wir zu regeln haben und unterhalten uns über eine Stunde lang. Sie reist seit einem Jahr, bleibt jeweils mehrere Monate in einem Land und möchte gerne etwas bewegen, etwas erschaffen. Sie lebt in den USA und hat karibische Wurzeln. Aber sie erzählt auch, dass sie inzwischen große Sehnsucht nach ihrer Familie hat und es jetzt bald Zeit ist wieder nach Hause zu gehen. Sie hat eine unfassbar tolle Ausstrahlung, so viel Wärme. Und irgendwie muss ich an Gott aus dem Buch "Die Hütte" von William P. Young denken. Wer das Buch gelesen hat, wird wissen, was ich meine. Und wer das Buch noch nicht kennt, für den ist es vielleicht eine gute Buchempfehlung, für die kalten Wintertage auf dem Sofa mit einer Tasse Tee. 
Und wieder wurde aus einer Situation, die einen eher nervt und absolut unnütz war, eine überraschend positive Begegnung, die mir in Erinnerung bleiben wird. Vielleicht auch weil die Gesamtsituation ziemlich seltsam war, war die Begegnung umso wertvoller und schöner. Sie drückt mich zum Abschied. Es ist eine dieser festen, herzlichen, ehrlichen Umarmungen, aber von einer Frau, die ich erst 60 Minuten vorher kennengelernt hatte. Wir connecten uns auf Instagram. Wer weiß schon, ob sich unsere Wege nochmal kreuzen. Und ich komme mit so viel mehr wieder zurück zum Hostel, als mit einer Antwort zu meinem Aufenthalt in Indonesien.
Zu fünft schließen wir uns zusammen und machen uns zuerst auf den Weg nach Probolinggo, um von dort den Mount Bromo zu besuchen. Wir fahren mit der Bahn und kommen am Nachmittag in einem Guesthouse an. Wir statten uns mit Snacks für die Wanderung aus und machen uns direkt auf den Weg ins Bett. Der Wecker klingelt am nächsten Morgen schon um 2 Uhr. Da wir in Probolinggo übernachten, haben wir erst noch eine Fahrt von eineinhalb Stunden bis nach Cemoro Lawang vor uns. Der letzte Teil der Strecke ist dazu noch recht holprig und der Fahrer gibt ordentlich Gas. Vom Parkplatz aus laufen wir im Dunkeln los. Und meine Stirnlampe, die ich mir extra vor der Reise noch gekauft habe, liegt in meinem Zimmer. Die hab ich vergessen mitzunehmen. Gut, dass die Smartphones von heute alle schon eine Taschenlampe integriert haben. Aber als wir ein Stück durch Geröll nach oben klettern, macht es den Weg nicht gerade leichter, da eine Hand reserviert ist für das Halten des Telefons und man aufpassen muss, dass es nicht in den Dreck fällt. Ist das wirklich der richtige Weg? Ich zieh die Kapuze über meinen Kopf und wünsche mir Handschuhe. Hier oben ist es richtig kalt.


Auf dem Weg nach oben sehen wir schon, wie sich die Sonne langsam ankündigt, es wird immer heller. Mir fällt der Weg nach oben extrem schwer, ich hab das Gefühl nicht genug Sauerstoff zu bekommen. Mein Kopf fängt schon an zu Pochen, was für mich schon das Zeichen für eine Migräne ist. Mein Herz rast und ich bin ordentlich aus der Puste, dabei finde ich den Weg gar nicht so anstrengend. An der Höhenlage alleine kann es nicht liegen, vielleicht trägt das Klima an sich auch dazu bei. Oder ernähre ich mich seit ich unterwegs bin so viel schlechter?!? So richtig lang und tief geschlafen hab ich seit 6 Wochen auch nicht. Vielleicht ist es auch ein Cocktail aus allem...?!

Am Aussichtspunkt angekommen suchen wir uns ein schönes Plätzchen, beobachten den Sonnenaufgang und bewundern die Szenerie um den Mount Bromo. Der Ausblick ist einfach magisch. Worauf man sich einstellen muss, ist, dass man dort oben nicht alleine sein wird. Ok! Aber was tierisch nervt, sind Drohnen, die ständig über einem Kreisen und einfach ein nervtötendes Geräusch erzeugen. Ich wünschte, ich hätte meine Kopfhörer mitgebracht, um das Geräusch "ausschalten" zu können. Noch mehr hätte ich mir gewünscht, dass die Drohnen wegen eines technischen Defekts runterfallen und zerschellen oder sie jemand abschießt. Ups... hab ich das gerade laut gedacht?!?


Wir laufen zurück zum Auto, steigen kurz darauf in einen Jeep um, der uns dann zum Krater des Mount Bromo bringt. Naja, nicht ganz. Vom Jeep bis zum Krater müssen wir noch ein Stück durch den Sea of Sand laufen, es erinnert gleichzeitig an eine Mondlandschaft und an einen Western. Es ist staubig, überall werden uns Pferde angeboten, auf denen wir zum Krater reiten können. Wir entscheiden uns für's Laufen, müssen dadurch aber den ganzen Staub schlucken, der von den Pferden aufgewirbelt wird.


Die Sonne steigt auch immer höher, es ist inzwischen schon ziemlich warm geworden. Der Rest meiner Reisegruppe ist auch hier wesentlich schneller unterwegs, was mich wirklich stutzig macht. Da mein Kopf aber schon ordentlich pocht und mein Puls sich nicht wirklich beruhigt, mach ich viele Pausen, nutze jeden Schatten, den ich finde (nich so viel) und klettere Stufe für Stufe ganz langsam zum Kraterrand hinauf.


Nach der Tortour verzichte ich ganz bestimmt nicht auf den Blick in den Krater und die Aussicht von dort oben. Vorsichtshalber frag ich aber den einen oder anderen, der herunter kommt, ob es das wirklich wert ist. 😉 Endlich oben angekommen, bin ich so glücklich darüber, nicht aufgegeben zu haben. Die Aussicht ist unbeschreiblich schön, der Blick in den Kater magisch und irgendwie unwirklich. Diese Weite über die Mondlandschaft lässt einen einfach nur staunen.


Zurück im Guesthouse haben wir zu dritt ganze 40 Minuten Zeit uns kurz von all dem Staub und Sand zu befreien und zu duschen, unsere Sachen zu packen und uns auf den Weg zum Bahnhof zu machen. Diesmal fahren wir nicht in der Business sondern in der Excecutive Class, in der Hoffnung, dass es bequem genug ist, um ein paar Stunden zu schlafen. 4 Stunden dauert die Fahrt bis nach Banguwangi. Die Züge sind besser als ich erwartet hatte, eine sehr günstige Möglichkeit durch Java zu reisen und auch einigermaßen komfortabel. In Banyuwangi, in Didu's Homestay, angekommen, sind wir ganz begeistert. Wir haben 2 kleine Hütten bekommen, mit eigenem Bad, wunderschön angelegtem Garten mit Hängematte, Daybed, Schaukelstuhl. Einfach zum Relaxen und Nichts tun. Am nächsten Tag steht der Krater Ijen an, der aber noch anstrengender sein soll. Abholung wäre schon um 0.30 Uhr. Meine Kopfschmerzen sagen mir ganz deutlich, dass ich es besser lassen sollte und sage ab. Gleichzeitig freu ich mich über dieses hübsche Fleckchen Erde und eine ordentliche Mütze Schlaf.

Am Morgen gönn ich mir erstmal eine ausgiebige Dusche. (Was in Deutschland zum täglichen Ritual gehört, wird nach längerem Reisen, den verschiedensten Unterkünften und Badezimmern und je nach Wasserdruck zu einem absoluten Genusserlebnis!) Als ich gegen 9 Uhr gerade auf die Terrasse hinaustrete, kommen die anderen schon von ihrer Tour zurück. Emma, Nina und Toni gehen erstmal schlafen und ich laufe zu Fuß ins Zentrum um einen Geldautomaten zu finden. Auf dem Weg zurück treffe ich auf ein Mädchen, das mit ihrem Roller anhält, um sich mit mir zu unterhalten. Sie möchte ihr englisch trainieren. Sie ist die einzige in ihrer Familie, die englisch lernt, deshalb kann sie zuhause mit niemandem üben. Sie ist super motiviert besser zu werden und fragt mich nach Tipps. Wir unterhalten uns ca. 15 Minuten am Straßenrand, bis sie sich bedankt und mit ihrem Roller weiterdüst. Sie wird vielleicht 12 Jahre alt gewesen sein. 
Ich laufe zurück zum Guesthouse, die Menschen auf der Straße lächeln mir zu, Kinder schreien laut "Hello!" und winken ganz euphorisch. Ich entdecke Frauen vor einem Haus sitzen, die Musik machen. Sie bitten mich, sich zu ihnen zu setzen und drücken mir eine Percussion in die Hand. Ich grinse über beide Ohren und kann nicht genug bekommen von der Herzlichkeit der Menschen.

Emma und Toni fahren weiter nach Bali, Nina bleibt noch auf Java und macht sich auf den Weg nach Surabaya. Ich entscheide mich noch eine Nacht länger zu bleiben und nutze den nächsten Tag um mich über den Norden Balis zu informieren, wo es für mich als nächstes hingeht, um zu relaxen und vielleicht einfach mal ein paar Seiten zu lesen. Reisen ist ganz schön anstrengend! :-)

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