Perhentian Besar & die Last auf meinem Rücken


Mittwoch, 12.09.2018: 

Nach meiner ersten Fahrt mit dem Nachtbus und 2 Übernachtungen in Kuala Besut bin ich dann endlich auf den Perhentians angekommen.
In Malaysia war Feiertag und damit ein langes Wochenende und vermutlich ziemlich viele Malaysier auf den Perhentians. Die meisten Unterkünfte sind online nicht buchbar oder sie stellen nicht ihr komplettes Kontingent online. Für mich als Backpacker-Neuling ziemlich viele unsichere Faktoren, daher hatte ich mich entschieden 2 Nächte in Kuala Besut zu verbringen, bis das lange Wochenende vorbei ist und nehme ein Boot am Dienstag zu den Perhentians. Ganz so risikofreudig bin ich noch nicht, und buche mir die ersten 2 Nächte auf Perhentian Besar, der größeren und ruhigeren Insel der Perhentians, Auf der Bootsfahrt spricht mich eine Malaysierin an, fragt mich, ob ich alleine reise, wie lange ich bleibe und wo's danach hingeht. Sie lädt mich ein, den Tag mit ihr und ihrer Familie am Strand zu verbringen, falls ich nicht alleine sein möchte. So schnell hat man neue Freunde und wird auf Selfies verewigt. :-) Ich verabschiede mich von ihr, da sich mein Hotel an einem anderen Strand befindet und bin froh, wenn ich meinen schweren Rucksack in meinem neuen Zwischenzuhause abliefern kann.

Ich wusste, dass die Insel ruhiger ist, aber so ruhig?! Als ich auf der Insel ankomme, um 10 Uhr morgens ist der komplette Strand fast menschenleer. Und die wenigen Menschen, die ich am Strand sehe, sind Locals, die in langen Klamotten baden oder schnorcheln gehen. Zieh ich meinen Bikini an und leg mich jetzt an den Strand?! Würd ich gerne, aber irgendwie hab ich ein komisches Gefühl zwischen all den komplett bekleideten Menschen im Wasser. Ich setz mich ins Restaurant und beobachte und überlege, ob ich vielleicht was überlesen habe? Ist die Tradition bzw. Religion hier doch so präsent, dass ein Bikini wirklich für Unverständnis sorgt und respektlos deren Kultur gegenüber wäre? Am Mittag kommen einige Ausflugsboote zurück, endlich ein bisschen mehr Leben am Strand, wenn auch hauptsächlich nur weitere Locals, die am Strand oder im Wasser mit langen Klamotten und Kopftuch spazieren gehen oder schwimmen. Nach einem Gespräch mit 2 Mädels aus Deutschland, die an einem anderen Strand ihr Hotel haben, klärt sich schnell, dass einfach an meinem Strand hauptsächlich Locals sind, aber ein Bikini überhaupt kein Problem ist. Und trotzdem... ich fühl mich irgendwie komisch, hier so viel Haut zu zeigen. Ich laufe am Strand auf und ab und entdecke, dass das Nachbarhotel einen Pool hat...Besser! ;-)


Am nächsten Tag entscheide ich spontan mich mit einem Water-Taxi an einen anderen Strand bringen zu lassen und dort ein paar Stunden am Strand zu verbringen. Am Strand vom Perhentian Island Resort (auch Turtle Bay) angekommen, winken mir Michaela und Anne von ihren Liegestühlen zu. Mit den 2 Münchnerinnen hatte ich mich gestern schon kurz unterhalten und wir verbringen den restlichen Vormittag & Lunch zusammen.



Der Trip war so spontan, dass ich vergessen hatte, wie viel Cash ich noch dabei habe. Ganze 25 Ringgit (ca, 5 €), stelle ich fest, als ich schon im Boot sitze. Tja, die Hinfahrt ist drin, aber weder etwas zu essen, noch die Rückfahrt. Ich kriege meinen Boatsman dazu, mich um 15h wieder abzuholen und ihn erst danach zu bezahlen. Ich hatte ja noch Bargeld, nur liegt das in meinem Zimmer. Und mit Kreditkarten kommt man hier auf der Insel nicht wirklich weit. Teilweise kann man gegen eine Gebühr bei größeren Hotels oder Tauchschulen mit Kreditkarte bezahlen, oder eventuell auch Cash abheben. Aber nur mit Bargeld steht einem die Welt der Perhentians offen.

Abends esse ich in meinem Hotel und freu mich darauf, dass wir einen sternenklaren Himmel haben. Ich setz mich noch ein paar Minuten an den Strand, genieße die Stille und schau einfach zu den Sternen hinauf. Herrlich! Und kurz darauf spricht mich ein Italiener an, Aurelio - nein, nicht der Aurelio von Bachelorette ;-). Er setzt sich ungefragt dazu, erzählt mir von seiner Reise auf dem Jakobsweg. Er spricht darüber, dass er vorallem dabei gelernt hätte, mit sehr sehr wenig zu reisen und man ja wirklich nicht viel braucht. Pro Kilo Körpergewicht soll man ein Zehntel tragen, der Gesundheit wegen. Ich rechne kurz... 6kg?? Naja, da bin ich ja mit meinen 19 kg nur knapp drüber. ;-)) Ich meine, dass das zu viel ist, ist mir durchaus bewusst, ich hab mir schon in den letzten Tagen Gedanken gemacht, auf was ich noch verzichten könnte und sortiere während des Gesprächs weiter aus. Lange hab ich keine Lust in gebrochenem Italo-Englisch über die Inhalte meines Rucksacks zu diskutieren und mir schlaue Ratschläge anzuhören und verabschiede mich. Ich freu mich schon auf den morgigen Sonnenaufgang und eine kleine Jogging-Runde am Strand.



Am Morgen danach beim Packen fange ich direkt an die ersten Dinge im Hotel zu lassen. Feuchte Reinigungstücher, ein kleines Haarspray, Rouge... No need! Und 2-3 T-Shirts hab ich schon im Auge, die wohl unterwegs noch über Bord gehen oder einen neuen Besitzer finden. Nochmal ein bisschen an meiner Packtechnik gefeilt, hab ich zumindest das Gefühl, dass die Last etwas kleiner geworden ist. Ich bin auf den nächsten Flug gespannt, wenn ich sehe, wie viel Kilo ich noch immer habe.

Und natürlich war mir schon vor der Abreise klar, dass ich nicht alles brauchen werde Aber reist man zum ersten Mal alleine und auch noch für eine so lange Zeit, braucht man vielleicht anfangs etwas mehr Sicherheit, auch wenn diese verdammt schwer zu tragen ist. ... und by the way zur Belustigung des einen oder anderen Malayen sorgt. :-)

Weiter geht's zur nächsten Insel, Perhentian Kecil. Dieses Mal ohne vorher gebucht zu haben. Und ich hab Vertrauen, dass ich dort ein hübsches günstiges Zimmer finden werde... Für jemanden wie mich, der zuvor immer alles geplant hat, ziemlich aufregend...

Kommentare

  1. Es ist so spannend und schön deinen Blog zu lesen. Ein bisschen so, als ob ich dabei wäre... Gruß aus Hamburg bei 4 Grad. Betti

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  2. Hey liebe Betti! Das freut mich sehr! :-) Ich schick euch ein bisschen Sonne und Wärme. Hier hat es gerade 31°, gefühlt 37... *schwitz*! Liebe Grüße nach HH, Dani

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